Sa. 11.04 - Registratur

OK HOUS DIE ZWEITE!
C.ROCK (MOTOR CITY SOUL/ STIR15/ FFM)
FEDERICO MOLINARI (OSLO REC/ FFM)
PATRICE SCOTT (SISTRUM/ DETROIT)
Plus MONACO CALCIO mit LORD CHORD, SIR STABO UND BARON DER BRANE
VISUELLES: NEON GOLDEN


Nachdem wir uns vor einer
 Woche die jazzige, die opernhafte und ravende Variante unserer Lieblingsmusik zu Gast hatten, kommt es diesmal deep, dirty und fluffig verklöppelt daher. Übermächtiger Vertreter der letzten Stilrichtung ist der argentinisch verwurzelte Wahl-Frankfurter FEDERICO MOLINARI, dessen Überlabel OSLO ja derzeit die Welt erobert. Ja, er hat’s gegründet und jetzt ist es selber groß. Wer kann schon von sich behaupten, eine ganze Bewegung losgetreten haben? Schlanker Klöppelhouse mit Anspruch, reduziert, elegant und trotzdem dreckig genug, dass es Spaß macht. Der Durchbruch kam dann mit Johnny D’s „Orbital Life“ aber da war dann auch alles zu spät. Ricardo findet sowas natürlich geil und es ist vielleicht auch ihm zu verdanken, dass OSLO den Olymp des New School House krönt. Immerhin spielt er den ganzen Abend (naja einschließlich des nächsten Tages) ihre Platten und erfreut sich wie wir an den dezent trompeteten Einlagen, an der wahnsinnigen Afro-Perkussion und an der hypnotischen Beständigkeit dieser minimalistischen Afterhourästhetik, die man einfach immer bis Dienstag genießen will. 
MOLINARI ist entsprechend, trotz einer vergleichsweise eher kleinen (dafür aber umso feineren Auswahl) an Releases auch extrem gefragter DJ, aber als ein solcher hat er sich auch schon vor der ganzen Produziererei mit Residenzien im Monza (Ibiza) oder auf der Time Warp (ähnlich wie Ibiza) verdient gemacht. Eben in diesen Tagen lugt dann auch schon die neue LOVE LETTERS FROM OSLO (dem Sub-Label von OSLO) von ihm und Christian Burkhardt ums Eck und richtet sich wie zu erwarten auf die sonnenverbrannten Köpfe der Open Air Saison. Fein, fein. Dazu kommt das alte Eisen C-ROCK zu, seines Zeichens Pionier der Frankfurter Schule (nene, nix New School, alte Schule House, Mann), ohne den es House in Deutschland vielleicht überhaupt gar nicht geben würde. Mit seinem Projekt MOTORCITYSOUL schwimmt er in der Spur seiner amerikanischen Vorläufer in sehr deepen, sehr dunklen und sehr groovenden Gewaessern, ohne Angst, sich ab und an auch mal mit Vocals Gehoer zu verschaffen. Mei sind die deep. Aber ob sie so deep wie unser President Resident PATRICE SCOTT sind muss sich erst noch erweisen. Der SISTRUM Owner gleitet uns nach Hause, was, wie man inzwischen weiß, smoother als das Hovercraft-Taxi von statten geht...

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