Sa. 03.01 - Registratur

BLAST OF SILENCE
Live HENRIK SCHWARZ (!K7/ BERLIN)
ROLAND APPEL (SONAR KOLLEKTIV/ MUC)
DER BRANE (DIE REGISTRATUR/ MUC)
VISUELLES:
HILTMEYER INC & BETTY MÜ


House is the new Techno, the new Pop und the new Lifestyle! Ob in der Werbung, unter der Dusche oder im Club. Nichts ist derzeit so schick, wie einen eleganten, angedubbten Vierviertler zum Soundtrack des eigenen Lebens zu küren. Oder neulich auf der Premierenfeier: „Sag, wie war es denn auf dem letzten BLAST OF SILENCE?“ „Oh, wie immer sehr amüsant, also ich war ja schon immer totaler Housefan! Schon lange vor dem Hype... Dixon und so, sie wissen ja“ Blubb blubb, lustig irgendwie, dass man mit BLAST OF SILENCE tatsächlich eine Form gefunden hat, die den gepflegten Bourgeois aus Bogenhausen mit dem gemeinen Raver aus Sendling ("Wahnsinn, wie ich mich wieder weggeblasted hab") glücklich zu vereinen weiß. Der Sound macht’s. Und deshalb macht das auch total Sinn, den Meister des Sounds als nächstes zu holen. Noch dazu der erste Live-Act der kompletten BLAST OF SILENCE Reihe so far. Ja, in Sachen Live-Act macht dem HENRIK so leicht keiner was vor. Da trennt sich ja bekanntermaßen die Spreu vom Weizen, denn so ein deeper Housegroove in Echtzeit will gelernt sein. Da fallen einem auch spontan wenig wirklich überzeugende Adressen ein. Vor allem, wenn man im letzten Jahr dabei war und noch weiß, wie es abging mit Herrn SCHWARZ, der ja tatsächlich an die zwei Stunden spielte, während um ihn herum die Heerscharen
entzückter Raver, die zu lange ins SCHWARZlicht geblickt hatten, reihenweise kollabierten. Die letzten Releases waren aber auch wieder unfassbare Monströsitäten, tief grabend, soulful und in Sachen Rhythmik mehr als nur auf der Höhe der Zeit. Sauber ausproduziert hat er mit seinem INNERVISIONS Stammesgesang doch wieder allen Zweiflern und Gelegenheitstrommlern gezeigt, wo der Bartl den Most holt. Darüber hinaus rockt seine Kollaboration mit Ame und Dixon auf dem gleichen Label derzeit jeden Dancefloor dieses Planeten. “D.P.O.M.B.” klingt aber auch irgendwie nach Bombe, oder? Sein auf CD veröffentlichtes Live-Set aus 2007 ist übrigens nicht nu rein immer noch erhältliches Exempel seiner Performancequalitäten, sondern nach wie vor tiefes Understatement zum anfassen, gerade wenn man von Live-Acts spricht. Vor allem bei dem auch als 12’’ veröffentlichten Schlussstück „Walk Musik“ schießen selbst dem abgebrühtesten Raver morgens um 6 noch die Tränen ins Auge. Chords, Strings und ganz viel Liebe, so muss sich House einfach anhören. Kein Wunder, dass man in Chicago mittlerweile mehr nach Berlin schaut, als umgekehrt. HENRIK, BRANE und ROLAND haben sich ja auch nicht erst seit gestern lieb. Entsprechend umso geiler, dass da nun so richtig was zusammengeht. Kein schlechter Start ins neue Jahr.


die Registratur - Blumenstr. 28 - www.dieregistratur.de - ab 23:00 Uhr

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